Allgemein:
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Echthaar-Pinseln und Synthetik-Pinseln.
Synthetikpinsel bestehen, wie der Name schon sagt, aus Kunstfasern. Der Vorteil dieser Pinsel ist, dass sie günstiger sind. Der Nachteil ist, dass die meisten Synthetik-Pinsel Haare verlieren, was bei der Modellage sehr unschön ist. Außerdem “speichern” Synthetik-Pinsel schlecht Flüssigkeit, was sie ungeeignet zur Verarbeitung von Acryl macht.
Echthaar-Pinsel zeichnen sich durch lange Lebensdauer, hohe Elastizität und gute Materialaufnahme aus. Der Preis eines Echthaar-Pinsels hängt wesentlich mit der länger der Borsten zusammen. Je länger desto teurer.
Echthaar-Pinsel findet man häufig als “Rotmarder” oder “Kolinsky”.
Rotmarder gibt es eigentlich gar nicht – die Haare kommen von verschiedenen Wieselarten, unter anderem vom sibirischen Feuerwiesel.
Bei Echthaar-Pinseln “Kolinsky” werden nur die Schweifhaare des sibirischen Feuerwiesels verwendet. Diese Pinsel gelten als die hochwertigsten.
Einsatz:
Beim Nageldesign verwendet man verschiedene Pinsel für Gel, Acryl und die diversen Bereiche der Nailart. Gel-Pinsel nicht für Acryl verwenden und umgekehrt!
Gel:
Bei Gel kann man Echthaar-Pinsel oder Kunsthaar-Pinsel benutzen. Es gibt unterschiedliche Pinsel-Formen, die je nach Geschmack und Gewohnheit eingesetzt werden können. Z.B. flache, gerade Pinsel, abgeschrägte Pinsel oder die sogenannten Katzenzungen-Pinsel.
Flache, gerade Pinsel eignen für die Haftschicht, die Versiegelung und den Frenchauftrag. Katzenzungen-Pinsel (flach und spitz zulaufend) werden gern für den Aufbau genommen.
In der Regel verwendet man einen Pinsel für die Gelschichten und einen separaten Pinsel für das French, da man das French Gel, sonst mit dem Gel vermischt, was zu weißen Schlieren im Gel führt.
Man kann auch z.B. einen geraden Pinsel für Haft- und Versiegelungsschicht nehmen. Einen Katzenzungenpinsel für den Aufbau und einen separaten geraden Pinsel für das French.
Manche verwenden sogar für jedes Gel einen eigenen Pinsel, um z.B. Haftgel nicht mit Aufbaugel zu vermischen.
Für Farbgele und Nailart sollte man wieder separate Pinsel verwenden – vor allem für Glitzer einen eigenen Pinsel, da Glitzer schwer rauszukriegen ist und später noch Glitzerpartikel an unerwünschter Stelle abgeben kann.
Alle Pinsel gibt es auch in verschiedenen Größen. Für die Modellage sind 04 und 06 üblich – abhängig von Gewohnheit und Nagelbett-Größe.
Für Nailart gibt es unterschiedlichste und sehr feine Pinsel bis Größe 0. Noch kleinere Pinsel werden dann mit “00”, “000” usw. bezeichnet.
Darüberhinaus gibt es neben Pinseln noch andere Werkzeuge wie Spottis, um French oder Nailart aufzutragen.
Acryl:
Für Acryl werden vor allem Echthaar-Pinsel verwendet. Die Acryl Pinsel haben längere Haare, sind insgesamt größer und bauchiger als Gel-Pinsel, um das Liquid speichern zu können.
Auch bei Acryl-Pinseln gibt es natürlich verschiedene Größen und für die Verarbeitung von Glitzer ist es auch hier sinnvoll einen extra Pinsel zu nehmen.
Pinsel einarbeiten:
Neue Pinsel kommen mit Rückständen aus dem Produktionsprozess, die vor dem ersten Einsatz entfernt werden müssen – sonst hat man nicht lange Freude am Pinsel.
Gel-Pinsel vorsichtig auffächern und die Rückstände entfernen. Man kann sie dann ins Gel tauchen und mit einer trockenen Zellette wieder abwischen.
Acryl Pinsel müssen besonders sorgfältig vorbereitet werden.
Pinsel ins Liquid tauchen und die Rückstände vorsichtig rausstreichen.
Hier ein Video dazu: http://youtu.be/r6x1LuqrKHM
Pinsel reinigen:
Die Reinigung von Pinseln ist eine echte Glaubensfrage geworden. Es gibt auch diverse Mittel und Pinselreiniger, aber die Meinungen darüber sind geteilt.
Ich würde keine chemischen Reinger verwenden – schon gar nicht bei Echthaar-Pinseln. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass die Pinsel davon struppig werden und Ihre guten Eigenschaften verlieren. Dazu kommt, dass wenn man den Pinsel zu tief in einen Reiniger eintaucht sich der Kleber in der Klemme lösen kann und die Modellage in Zukunft gelbstichtig wird!
Bei Gelpinseln reicht es, das restliche Gel vorsichtig mit einer trockenen Zellette von der Pinselklemme in Richtung Spitze auszustreichen.
Acryl-Pinsel nach Gebrauch mit Liquid reinigen und vorsichtig trocken wischen (dabei die Original Form erhalten, denn bei Trocken nnehmen die Haar die FOrm an in der man sie trocknen läßt). Chemische Produkte wie Pinselreiniger wenn möglich vermeiden, da sich der Kleber in der Klemme lösen kann und die Modellage in Zukunft gelbstichtig wird!
Nailart-Pinsel mit denen man mit Acrylfarbe gearbeitet hat mit Wasser auswaschen. abstreifen und trocknen lassen.
Aufbewahrung:
Vor allem Gel-Pinsel vor Licht schützen, damit Gelreste nicht aushärten. Kappe drüber und am besten licht- und staubgeschützt aufbewahren.
Es gibt auch diverse Aufbewahrungsbehälter zu kaufen, sogar Pinselsysteme mit Magnet am Ende, wo die Pinsel dann kopfüber aufgehängt werden können. Manche benutzen aber einfach auch Aufbewahrungen für Zahnbürsten für Ihre Pinsel.
Acrylpinsel auch mit der Kappe schützen und an einem sauberen, trockenen Ort aufbewahren.
Fazit:
Wenn man seine Pinsel gut pflegt können sie praktisch ewig halten.
Zum Weiterlesen empfehle ich: “Materialkunde: Nailart-Pinsel”